Trumps Handelskrieg und globale Märkte: Auto-Zölle erschüttern Wirtschaft
Neue US-Importzölle von 25% auf Fahrzeuge verunsichern Finanzmärkte weltweit. Währungen geraten unter Druck, während Trumps Haushaltskürzungen für zusätzliche Spannungen sorgen.

- Globale Märkte reagieren mit Kursrückgängen
- Euro fällt auf Drei-Wochen-Tief
- Handelspartner besonders stark betroffen
- Milliardenschwere Budgetkürzungen im Gesundheitssektor
Die Finanzmärkte befinden sich Ende März 2025 in Aufruhr, nachdem US-Präsident Donald Trump gestern überraschend 25-prozentige Zölle auf importierte Autos und leichte Lastwagen verkündet hat. Die Maßnahme, die bereits nächste Woche in Kraft tritt, markiert eine deutliche Eskalation im aufkeimenden globalen Handelskrieg und löste umgehend negative Reaktionen an den internationalen Börsen aus. Besonders der technologielastige Nasdaq verzeichnete mit einem Minus von zwei Prozent den stärksten Rückgang seit zwei Wochen.
Währungsmärkte unter Druck
Die Auswirkungen von Trumps Zollpolitik sind an den Devisenmärkten deutlich zu spüren. Der Euro fiel auf ein Drei-Wochen-Tief von 1,0733 Dollar, während der Dollar-Index, der den Wert des US-Dollars gegenüber sechs führenden Währungen misst, nahe seinem Drei-Wochen-Hoch verharrt. Besonders hart getroffen wurden Währungen aus Ländern mit starker Automobilproduktion: Der mexikanische Peso schwächte sich um mehr als 0,5 Prozent auf 20,2222 pro US-Dollar ab, während der kanadische Dollar leicht nachgab.
„Es ist schwer, dies als etwas anderes zu interpretieren als ein Signal für höhere Preise und geringeres Wachstum, wodurch eine weiche Landung komplizierter wird“, erklärte Prashant Newnaha, Senior-Stratege für den asiatisch-pazifischen Raum bei TD Securities. Anleger befürchten, dass die neuen Handelsbarrieren das US-Wachstum beeinträchtigen und möglicherweise die Inflation wieder anheizen könnten.
Globale Handelsspannungen verschärfen sich
Die USA importierten 2024 Automobilprodukte im Wert von 474 Milliarden Dollar, darunter Personenkraftwagen für 220 Milliarden Dollar. Die größten Lieferanten waren allesamt enge US-Verbündete: Mexiko, Japan, Südkorea, Kanada und Deutschland. Für den Moment hat Trump Autoteile, die dem von ihm in seiner ersten Amtszeit ausgehandelten Handelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada entsprechen, von den Zöllen ausgenommen.
Kyle Rodda, Senior-Finanzmarktanalyst bei Capital.Com, warnte: „Die Zölle deuten darauf hin, dass die Umgestaltung des globalen Handels durch die Trump-Administration nicht unbedingt mit der Ankündigung der gegenseitigen Zölle am 2. April enden wird, wie zuvor gehofft.“ Dies könnte die Unsicherheit im Handel weiter verlängern und werfe die Frage auf, wie radikal Trump die globale Handelsordnung verändern wolle.
Massive Haushaltskürzungen und Entlassungen
Parallel zu seiner Zollpolitik setzt Trump seinen Sparkurs in der US-Verwaltung fort. Das US-Gesundheitsministerium hat mehr als 11 Milliarden Dollar an Bundeszuschüssen für die Bundesstaaten gestrichen, die während der COVID-19-Pandemie bewilligt wurden. „Die COVID-19-Pandemie ist vorbei, und das Gesundheitsministerium wird keine Milliarden von Steuergeldern mehr für die Bekämpfung einer nicht existierenden Pandemie verschwenden“, erklärte das Ministerium.
Diese Kürzungen betreffen unter anderem Programme zur Überwachung psychischer Gesundheitsdienste und Suchtbehandlung. Besonders problematisch: Gesundheitsbeamte in Lubbock, Texas, erhielten Anweisungen, Arbeiten einzustellen, die durch drei Zuschüsse unterstützt wurden, welche zur Bekämpfung des sich ausbreitenden Masernausbruchs dort beitrugen.
Die Trump-Administration hat seit ihrem Amtsantritt am 20. Januar versucht, Kosten zu senken und zahlreiche kritische Programme und Behörden abzubauen, um angeblich verschwenderische Ausgaben zu verhindern. Infolgedessen wurden mehrere Programme gestrichen und Behörden ausgehöhlt, wodurch Zehntausende von Bundesbediensteten ihre Arbeitsplätze verloren haben.
Gerichte blockieren Teile von Trumps Agenda
Der aggressive Sparkurs der Regierung stößt jedoch zunehmend auf juristische Hürden. Ein Bundesberufungsgericht hat entschieden, dass eine Gerichtsverfügung, die Trumps Einfrieren von 3 Billionen Dollar an staatlichen Finanzhilfen blockiert, vorerst bestehen bleibt. Das Gericht in Boston wies das Argument der Regierung zurück, dass die Verfügung des Bezirksrichters John McConnell zu weitreichend sei.
Der Bundesrichter McConnell hatte die Verfügung am 6. März erlassen und erklärt, die Trump-Administration habe ihre Befugnisse überschritten. In seiner 48-seitigen Entscheidung vom Mittwoch lehnte ein Gremium von drei Berufungsrichtern einstimmig das Argument der Regierung ab. Die Klage wurde von einer Gruppe demokratischer Generalstaatsanwälte eingereicht, die argumentierten, dass das Einfrieren unrechtmäßig in die ausschließliche Befugnis des Kongresses eingreife, staatliche Gelder zu verteilen.
Auch Elon Musks Regierungsspar-Initiative DOGE (Department of Government Efficiency) steht unter juristischem Druck. Ein Bundesgericht gewährte jedoch eine vorübergehende Atempause und setzte eine Anordnung aus, die Musk gezwungen hätte, Unterlagen offenzulegen und unter Eid Fragen zu seinen Bemühungen zu beantworten, die Bürokratie unter Trump zu reduzieren.
Internationale Auswirkungen und Ausblick
Die Auswirkungen von Trumps Wirtschaftspolitik reichen weit über die USA hinaus. In Australien, wo Premierminister Anthony Albanese „in Kürze“ Wahlen ausrufen will, hat seine Mitte-Links-Regierung eilig ein Gesetz über neue Steuersenkungen durch das Parlament gebracht, um die Unterstützung zurückzugewinnen und unzufriedene Wähler zu besänftigen. Die Regierung hat eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, die auf Familien und Unternehmen abzielen, die mit hohen Kosten zu kämpfen haben.
In Großbritannien steht Finanzministerin Rachel Reeves vor großen Herausforderungen angesichts düsterer Wachstumsaussichten und der Notwendigkeit, die öffentliche Kreditaufnahme zu erhöhen. Die unabhängige Finanzaufsichtsbehörde hat ihre BIP-Wachstumsprognose für 2025 auf nur 1% halbiert. Investoren könnten bald höhere Renditen für die Kreditvergabe an die Regierung fordern, oder der Wechselkurs müsste schwächer werden, um sie anzulocken.
Mit dem 2. April und dem Quartalsende in Sichtweite könnten Anleger sich dafür entscheiden, ihr Risiko zu reduzieren und auf Nummer sicher zu gehen. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten wäre dies ein verständlicher Ansatz. Die Märkte werden nun gespannt auf die für nächste Woche angekündigten gegenseitigen Zölle blicken, wobei Trump angedeutet hat, dass diese möglicherweise nicht die „like-for-like“-Abgaben sein werden, die er bisher versprochen hatte.
Die aktuelle Lage verdeutlicht: Zölle und Handelskriege sind schlechte Nachrichten für Aktien. Frühe Anzeichen von den wenigen US-Unternehmen, die ihre Ergebnisse für das erste Quartal gemeldet haben, zeigen, dass das Gewinnwachstum pro Aktie eingebrochen ist. Am Mittwoch senkte Barclays als neueste Maklerfirma ihr Jahresendziel für den S&P 500.